Ich. Also ich selbst.

Ich habe mit 14 (oder schon früher) angefangen, darüber nachzudenken, wer und was ich eigentlich bin. Ich hatte ziemliche Probleme mit dieser Frage und kam zu keinem Ergebnis bis vor ungefähr 15 Jahren. Da begriff ich endlich, dass ich ich bin.

Was macht man mit so einer überraschenden und unerwarteten Erkenntnis? Man dreht sich wieder um…

Nein. Es klingt einerseits reichlich banal, andererseits sehr vernebelt und schwammig. Aber es läuft auf folgendes hinaus: Ich kann eine Beschreibung meiner selbst nicht auf eine Handvoll Begriffe reduzieren, selbst wenn ich eine extrem große Hand nehme. Ich bin vielschichtig und hochkomplex in meinem Denken und Fühlen (was nach meinem Denken und Fühlen mein Ich ausmacht), und eigentlich passt noch am ehesten die Aussage „Ich bin ein chaotisches System“ auf mich. Und damit meine ich nicht eine vielleicht etwas unausgeprägte Ordnungsliebe. Über die chaotischen Elemente hinaus habe ich natürlich auch Meinungen und Anschauungen, die – meiner Meinung nach – nicht chaotisch sind, sondern vernünftig und größerenteils stabil. Über die schreibe ich hier.

Ich halte Verlässlichkeit und emotionale Stabilität für etwas sehr erstrebenswertes – ein Mensch mit diesen Eigenschaften ist sehr kompatibel mit anderen Menschen -, aber für mich unerreichbares. Die Stabilität – oder Gravität -, die ich aufbringen kann, gewinne ich erstaunlicherweise aus meinem Körpergewicht, das einfach verhindert, dass ich nach Laune wilde Sprünge mache. Na ja: und aus meinem Alter, das auch vieles verhindert.

Ich bin 60 Jahre alt und 160kg schwer. Und ich bin Protestant. Alles drei ist, obschon sehr äußerlich, wichtig für das Ich, das ich geworden bin.

Protestant: Das bedeutet in meinem Fall keine klare protestorientierte Position, auch keine fundamental evangelische Haltung. Ich bin evangelisch getauft und konfirmiert. Ich gehe nicht zur Kirche, weil ich bei vielen Pfarrern Dummschwätzerei (ein wunderbares Wort; habe ich von Gerd Dudenhöfer gelernt) gehört habe und meine Zeit nicht mehr solchem Unsinn opfern will und weil der Kirchgang mir fettem Menschen extrem unbequem ist. Es gibt auch sehr vernünftige Pfarrer, denen zuzuhören eine Wonne ist; nur sind sie halt selten.

Und: Ich habe zu den Themen, zu denen ich hier schreibe, keine wissenschaftlich fundierte Position; ich schreibe über meine Überzeugungen.

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